Die Insel ruft Tag 7 & 8 – Oban & die Helden

Arran – Oban & die Helden

Nachdem wir Arran erkundet, umrundet, bewandert & bestaunt haben, geht es heute,am Sonntag den 26.5.2013 Richtung Oban – ja Oban – nicht Oben, obwohl Oban von uns aus sogar Oben liegt. Doch genug der Verwirrung. Oban ist eine kleine Stadt an der Westküste Mittelschottlands. Von dort aus gehen die Fähren zur Insel Mull. schottland2013_161

Zu erst aber einmal starten wir, nach zwei Tagen Topwetter, wiedermal bei Nieselregen; aber wir haben uns echt daran gewöhnt und es macht uns nichts mehr aus. Eine kleine Fähre bringt uns vom Nordende Arran´s wieder zurück auf das Festland. Wir fahren größtenteils nur Küstenstraßen und werden dafür mit nettem Wetter belohnt. Der Weg nach Oban ist weder langweilig, noch atemberaubend; es ist eine gute Tour mit vielen schönen Kurven. So gegen 15:00 wird es trotz Sonne frisch, also legen wir einen verlängerten Tankstopp mit Kaffeepause ein. Hier in Schottland ist nicht selten die Tankstelle auch Supermarkt – so auch hier ein „Spar“ in einer Tankstelle und tatsächlich – die Preise sind auf Supermarktniveau und selbst unser Kaffee-Latte to go im großen Becher ist mit 1,20 echt ok. Während wir also unser Spätfrühstück halten, hält ein Polizeiwagen an- oh oh… wenn in Deutschland ein Polzeiwagen gezielt kommt und anhält ist meist etwas nicht ok-hier jedoch ist es einfach nur ein anhalten aus Neugier und Spaß am Motorradfahren. Die Polizistin fährt selbst regelmäßig mit Ihrem Mann durch Europa; so haben wir uns Einiges zu erzählen. Wir kramen unsere Karte samt Route raus und besprechen diese gemeinsam mit ihr. Ein, zwei kleine Änderungen und Vorschläge gibt sie uns mit auf den Weg und zieht wieder von dannen. Auch wir wollen wieder los, haben so eben eine SMS von Tom bekommen. Tom ist unser Vertrauensmann bei allem zum Thema Fernreise, und wie es der Zufall so will, ist er mit seinen Kollegen auch in Schottland unterwegs. Die „Heldentour“, so nennt sich das jährliche Ausfahren der Jungs, ist nun seit fast 30 Jahren jährlich gemeinsam unterwegs ..das Wort „Heldentour“ passt von daher schonmal super, finden wir. Naja, jedenfalls stand in der SMS, das die Helden heute auch in Oban sind, so bietet sich ein gemeinsames Treffen an, und wir nehmen es uns nun noch mehr vor, es heute bis dahin zu schaffen. Gegen 18:00 kommen wir in Oban an. Das Wetter ist solala und für den nächsten Tag ist Regen angesagt, also erstmal nach einer festen Unterkunft suchen. Erste Anlaufstelle ist die Jugendherberge Oban. Wir treffen hier auch Andre und Nicole, die wir auf Arran in einem Pub kennengelernt haben, wieder. Die Jugendherberge ist allerdings voll; nur noch die großen Schlafsäle mit Geschlechtertrennung wären drin. Na – nicht für uns!- Also weiter… Frau Google sagt, dass es ein paar 100 Yards weiter ein Independent Hostel geben soll – hmmm ? Sollen wir das versuchen ? – Klar!… nach einem kurzen Anruf ist klar, dass noch ein Doppelzimmer, zu einem echt fairen Preis, frei ist .. also nix wie hin. Das Hostel liegt direkt im Zentrum von Oban. Das „Inglis Jeremy Hostel“ ist eine Mischung aus Hippy-Kunst-WG und B&B und auf jeden fall eine Empfehlung wert, wenn man es nicht ganz „normal“ mag. So gegen 20:00 heißt es dann auf zum Pup – Helden treffen. Es ist ein wirklich freundlicher Empfang, und dass obwohl wir außer Tom keinen von ihnen kennen..naja und die uns natürlich auch nicht. Aber es geht schnell und wir bilden eine große Truppe schottland2013_day7-8-221 – der Abend ist super! Das ein oder andere Pint wird getrunken, und wie es hier so üblich ist, gesellen sich auch immer wieder Einheimische zu uns. Überhaupt haben wir die Schotten als sehr gastfreundlich und aufgeschlossen kennengelernt. Wir (bzw. Tom entscheidet 🙂 ) dass wir am nächsten Tag mit auf die Insel Mull kommen- also Planänderung! -Aber gerne! Da die Wetterprognose echt übel ist, verabreden wir uns erstmal nur wage und wollen dann morgens spontan entscheiden wann, wer, wo und wie…

Montag, der Wecker klingelt so gegen halb neun. Der Morgen beginnt mit einem interkontinentalen Breakfast im Hostel…International ? Es gibt 6 Tuppadosen mit 6 verschiedenen Sorten Flakes – ein Paar Sorten Jam und Kaffee. Aber wir sitzen mit vielen anderen netten Leuten an einem großen Tisch und führen interessante Gespräche. Irgendwann kommt dann die Frage, was das für eine Tour sei, die auf unseren Motorrädern zu sehen ist. Wir erzählen von unserem Vorhaben. Eine der Gesprächspartnerinnen, eine ältere Dame, lauscht aufmerksam und interessiert.. als dann das Wort Baptist fällt, lächelt sie, und sagt in deutsch mit amerikanischem Akzent, „ich bin auch Baptistin, ich lebe in Michigan und bin dort in der Gemeinde“. Na wenn das mal nicht erstaunlich ist. Da fährt man bis Oban in Schottland um mit Jemandem aus Michigan (wo wir voraussichtlich Anfang Juni 2014 Stop machen werden) eine Bekanntschaft zu machen 😉 Astrid freut sich schon auf unseren Besuch und hat direkt ihre Hilfe angeboten. So tauschen wir Kontaktdaten aus und verbleiben mit einem Lächeln..

Da es immer noch regnet, ziehen wir erst einmal zivile Klamotten an und laufen zum Breakfast Laden, wo die „Helden“ bereits auf uns warten. Dort angekommen wird diskutiert, wo es denn nun hingehen soll. Der Plan „Insel Mull“ wurde bereits wieder gestrichen und die Jungs fahren nun mit uns nach Applecross. Also schnell zurück ins Hostel – packen, umziehen und los…

Die ersten Kilometer in Kolonne machen uns große Freude! Liebes Wetter, da kannst du auch nix dran ändern! So gegen 13:00 lässt sich dann auch die Sonne schottland2013_day7-8-217schottland2013_day7-8-213

wieder sehen, ach was ist das herrlich!   -Eine Straße besser wie die Andere!

 

 

schottland2013_day7-8-216Wir halten kurz am Eilean Donan Castle (bekannt aus diversen Filmen, wie Highlander, James Bond etc) und weiter geht’s Richtung Applecross. Applecross liegt auf der gleichnamigen Halbinsel an der Westküste. Es gibt 2 Wege dorthin; Einer führt über den Applecross Pass, und diesen nehmen wir dann auch. Und wieder einmal verschlägt es uns den Atem. Die Landschaft hier ist einfach unbeschreiblich schön;

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Dazu tolles Wetter, super Straßen – einfach genial. Es verschlägt uns auf den einzigen Campingplatz, den es in Applecross gibt. Die Rezeption ist bereits geschlossen, also suchen wir uns einen netten Platz und bauen unsere Zelte auf. Schnell rufen die Ersten „ich habe Hunger- macht mal fertig“ man man, immer dieser Stress 🙂 ca 10 Gehminuten vom Campingplatz entfernt liegt der Pup von Applecross, direkt am Meer mit sensationeller Aussicht. Die Sonne scheint immer noch und will erst gegen 22:00 untergehen..(hell ist es noch deutlich länger) natürlich direkt vor unserer Nase hinter einem Berg..Zack schnell die Kamera her..

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Wir bestellen alle Haddock mit Chips. schottland2013_day7-8-211

Beim bestellen sehe ich an einem Nebentisch eine Schale mit, naja, so etwas wie gebratenem Hackfleisch. Ich gehe rüber und frage mal nach was das sei, Haggis antworten sie mit einem Grinsen. Haggis das ist das, wovon viele sagen, dass muss man mal probieren; ein anderer großer Teil sagt – iiiiiiii auf keinen Fall. Die Leute drücken mir einen Löffel in die Hand und sagen „probier es mal“. Und da ist es wieder… stell dir vor 6 Motorradfahrer kommen in ein Restaurant, einer geht an einen Tisch, um etwas zu fragen.. ich hätte alles erwartet, aber nicht, dass man mich zum Probieren einlädt 😉 Die Schotten sind sooo nett – echt. Auf jeden Fall kann ich heute sagen „JA Haggis schmeckt, und zwar sehr gut“.

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Ein paar Stunden vergehen noch eh wir alle satt und zufrieden in unseren Zelten verschwinden. Es war ein großartiger Tag.

 

Am nächsten Morgen gab es Scottish full Breakfast im „Flowertunnel“. Der Flowertunnel ist eine Art Gewächshaus, umgebaut zum Speiseraum mit vielen Blumen und schöner Musik -erinnert alles ein wenig an die Hippyzeit – uns gefällt es jedenfalls so richtig gut. Gegen 11:00 geht es dann wieder auf die Motorräder. Nur noch 50 gemeinsame Kilometer, dann trennen wir uns wieder von den Helden; wir gen Norden – sie gen Süden. Der Abschied fällt schon etwas schwer; es waren zwei echt tolle Tage, mit tollen Jungs. Danke dafür! Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen. schottland2013_day7-8-205

Das Wetter ist nach wie vor klasse; die Sonne scheint, ohne dabei zu heiß zu sein, optimal zum Motorradfahren. Es geht auf nach Ullapool, doch das erzählen wir euch in der nächsten Zusammenfassung.

 

Lasst es euch gut gehen.

 

Bis dahin

 

Claudia und Mirko

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