Baja California und der Start ins Ungewisse…

Nach unserer Utah Tour hatten Mirko und ich eine Woche für uns alleine. Endlich wieder alleine. Es war eine wunderschöne Woche. Mein Rippenbruch war zwar noch ziemlich schmerzhaft, und wir mussten ziemlich langsam machen, aber wir wollten beide weiter.

Unser Weg führte uns in dieser Woche zu ein paar wirklichen Highlights. Monument Valley und Valley of the Gods..unglaubliche Naturschönheiten im Reservart der Navajo-Indianer (einer der ärmsten Indianerstämme der USA). Und Antelope Canyon…da hatten wir uns schon lange drauf gefreut. Dass die Natur solch Formationen zu bieten hat ist unglaublich. Schade, dass man da im Rahmen des Massentourismus so durchgescheucht wird. Horseshoe bend- der Sonnenuntergang hier war schon sehr speziell…wie gut, dass man die 100 Touristen nicht unbedingt auf den Fotos sieht; na und natürlich Grand Canyon. Aufgrundmeiner schmerzenden Rippen war leider nicht ganz so viel mit Erforschen, aber zumindest konnte ich Motorradfahren.

Über Las Vegas (natürlich haben wir uns das Spektakel angeguckt, wenn wir schonmal in der Nähe sind) ging es nach San Diego. Dort wurde die Inspektion unserer Motorräder (DANKE Suzuki USA) durchgeführt und wir klärten die Verlängerung unseres Aufenthaltsstatus.

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Bei Einreise in die USA bekamen wir die Erlaubnis uns 6 Monate in den Staaten aufhalten zu dürfen, unabhängig vom Visa. Nach etlichem Hin und Her, mehreren Telefonaten und von Büro zu Büro fanden wir telefonisch endlich einen Grenzbeamten in Tecate, der uns empfahl für einen Tag nach Mexico zu gehen, n Tacco zu essen und bei Wiederkehr in die USA sollten wir nach ihm fragen, er würde unseren Auftenhaltsstatus schon verlängern. Gesagt getan, der Tacco in Tecate war köstlich (ja,wir haben unsere Finger NICHT von den Radieschen und der offen stehenden Salsa lassen können) und für eine Grenzstadt hat es uns dort eigentlich ziemlich gut gefallen.

(Und tatsächlich – selbst hier….5 meter hinter der Grenze spricht auf einmal niemand mehr englisch) Unser Aufenthaltsstatus wurde um 6 Monate verlängert und so hatten wir nun 12 Tage Zeit um mit Jan von 4youradventure Baja California zu bereisen. Der Aufenthalt dort war auf 12 Tage begrenzt, weil wir bzw. unsere Motorräder vom 14.-17.11 auf der IMS (International Motorcycle Show) eine Verabredung auf dem Touratech-Stand hatten.

Jan kannten wir bereits vom Horizont Unlimited Treffen in Kalifornien und ein paar Tage waren wir bereits mit ihm gereist (er zeigte uns die Hot Springs in Nevada). Jan hat sein „altes“ Leben als Manager an den Nagel gehangen und ist nun dabei eine Abenteuer- Motorradreise- Agentur zu gründen und beabsichtigt unter anderem auch eine Tour in Baja an zu bieten.

Jan ist ein unheimlich netter Mensch und guter Motorradfahrer. Wir haben Jan´s Qualitäten als Tourguide also nun bereits zwei mal testen dürfen und meinen wirklich, dass er atemberaubende Touren anbieten wird. Touren gepaart mit einem rund-um-Sorglos-Paket….er stellt BMW R100-er zur Verfügung, Campingausstattung und ein Versorgungsfahrzeug.

Für jeden Leser, der Interesse hat den wilden Westen, Baja oder Kalifornien zu bereisen – wendet euch an Jan! Er wird euch ein unvergessliches Abenteuer zu erschwinglichen Preisen schmieden. Ganz auf euch zugeschnitten. Vergesst all die riesen Agenturen ohne Persönlichkeit und guckt euch mal Jan´s Seite www.4youradventure.com an. Es lohnt sich.

Ich bin froh, dass wir in Baja Zeit hatten uns an Mexico zu gewöhnen. Baja soll die Verlängerung von Kalifornien sein und wenn Baja die Verlängerung ist, kann ich mir ungefähr vorstellen, was uns in Mexico Festland erwarten wird.

Baja zu beschreiben ist garnicht mal so einfach…

Also durch Baja führen erstmal nicht so viele asphaltierte Straßen…zwischen den Ortschaften findet sich meistens wenig bewirtschaftetes Land…es entsteht der Eindruck dort sei alles dreckig…größtenteils ist es jedoch nur staubig. Dennoch…es liegt viel Müll an der Seite der Straße, wird auf riesigen Halden neben einer Ortschaft verbrannt oder einfach nur auf dem eigenen Grundstück aufgehäuft. Die Toilletten sind nicht mit Papier ausgestattet und das benutzte Papier schmeisst man in den bereit stehenden Eimer. Wasser muss selbst zum Zähneputzen gekauft werden und in den Ortschaften laufen viele Straßenhunde umher…größtenteils scheinen die aber ganz gut drauf zu sein…wirken zufrieden. Die Menschen sind nett…vor allem wenn sie merken, dass du kein „Gringo“ bist (hier sind Gringos Amerikaner) und wir versuchen uns auf spanisch zu verständigen. San Ignacio ist der erste kleine Ort der richtig nett ist, so mit alter Kirche und Markplatz und Palmen und ab Mulege wird es dann richtig richtig schön. Bis dahin waren es aber viele viele Kilometer durch eine weite, eintönige Landschaft, die nicht wirklich beeindruckt. Der Weg zur Bahia de los Angeles war jedoch wirklich interessant. Sehr sehr windig, durch kurvige Kakteenlandschaft. Kakteen, so groß wie ein kleines Haus. Unterschiedliche Kakteen, Büsche und Gräser. Ab so ziemlich in der Mitte von Baja California bis runter zum Südzipfel hatte vor ca 2 Monaten ein Hurrikane gewütet und die Ausmaße waren nach wie vor sehr deutlich. In Bahia de los Angeles sahen wir LKW´s zur Hälfte im Schlamm steckend, Müll, Fliegen, endlos viele Geier fliegen herum und Straßen sind teilweise unpassierbar. Zumindest für uns mit unseren schwerbepackten Motorrädern, einfach weil die Straßen nicht mehr da sind.

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Generell ist es für mich zumindest kein Spaß vollbepackt durch Sand fahren zu müssen….in Baja gehört Sand aber dazu…so sehr,dass ich am 10. Tag auf dem Weg zu „dem besten Tacco überhaupt“ nach ca. 2 km Sand gestoppt und mich geweigert hab weiter zu fahren. Es macht mir einfach keinen Spaß mit weiterhin gebrochenen Rippen durch Sand zu fahren, also hab ich beschlossen, wenn ich nicht muss, will ich auch nicht. Wahrscheinlich hab ich den Jungs ein wenig den Spaß genommen…aber hmmm…wir werden schon noch genügend Offroadmöglichkeiten bekommen (die auch ich, ohne Gepäck sehr gerne geniessen möchte).

Einmal krank sind wir auch so richtig gewesen…vielleicht war es die Soße? Vielleicht der Tacco…wer weiss das schon. Jedenfalls ging es mir 24 Stunden so richtig richtig schlecht. In dieser Nacht waren wir allerdings vielleicht am schönsten Strand, den ich bisher in meinem Leben gesehen habe…Playa del Coyote …warmes, klares Wasser, riesige Muscheln, Palmen schützen vor Sonne und Kakteen umsäumten den Strand. Ja, es war doof, dass hier nur ein ca. 30Jahre altes Plumsklo zur Verfügung stand und auch hier die Zerstörung vom Hurrikane zu sehen war, aber nichts desto trotz war es wahrscheinlich der beste Ort zum krank sein überhaupt!

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Die Temperaturen bewegten sich hier meistens um die 30grad und die Sonne geht gegen halb 5 bereits unter, was die Tage einfach echt sehr kurz macht. Leider hatten wir aufgrund des Termines in Long Beach nicht noch die Gelegenheit Baja weiter südlich zu erkunden und machten uns dann ab Coyote Bay wieder auf den Rückweg. Die Straßen sind hier übrigens schmaler als in den Staaten und warum hier Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzung aufgestellt sind, bleibt mir ein Rätsel. Nach ein paar Tagen hatten wir uns schon daran gewöhnt schneller als erlaubt zu fahren, aber in einer 40-er Zone selbst bei 80km/h noch überholt zu werden ist schon krass.

Das Militär ist hier übrigens immer mal wieder zu sehen, dennoch hat es mich nur beim ersten und vielleicht auch beim zweiten mal noch beunruhigt diese Männer, vermummt mit ihren Maschinengewehren zu sehen. Wir passierten in diesen Tagen 5 Militärstützpunkte und wurden 2 mal halbherzig kontrolliert, ansonsten nach kurzer Erkärung wo wir herkommen und hin wollen, durchgewunken.

Baja hat also zusammengefasst wunderschöne Strände, die Walsaison startet leider erst nächsten Monat, und Sand ist allgegenwärtig.

Nach dem Wochenende in Long Beach auf der Motorradmesse haben wir uns dann langsam auf den Weg gemacht die Staaten zu verlassen.

Was uns wirklich in Mexiko erwartet hat, werden wir euch mitteilen, wenn wir uns ein wenig an das Leben hier gewöhnt haben. Nur so viel schonmal: Es ist alles anders hier, als das, was wir kennen.

Veränderungen machen meistens Angst…oder bereiten Sorgen…

aber jede Veränderung…jedes neue Ereignis gibt auch die Möglichkeit sich neu auf zu stellen.

Ich möchte die Möglichkeit nutzen mit jedem neuen Sonnenaufgang die Möglichkeiten des Tages zu kosten.

Wir werden berichten, wie es schmeckt.

Bis dahin wünschen wir euch eine tolle (Vorweihnachts-) Zeit

Claudia & Mirko

Zu allen Bildern dieses Berichtest geht es HIER (USA) & HIER (Mexico)

All Pictures HERE (US) & HERE (Baja)

2 Gedanken zu „Baja California und der Start ins Ungewisse…

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