Die ersten Eindrücke von der Straße – NY bis Wisconsins

Nun sind wir die ersten Tage auf der Straße unterwegs.

Angefangen hat unser Abenteuer direkt mit einem zweistündigem Stau durch Brooklyn und die Bronx. Ach was für ein Genuss…es waren so um die 28Grad..die Fahrbahnen wechselten von dreispurig auf fünfspurig…nur eins blieb gleich…neben uns standen immer stinkende, laute riesen- LKWs…so richtig dicke, fette Trucks halt…wie aus dem Fernsehen, blitzblank geputzt und jeder zweite mit schicken Chromfelgen und herausstehenden Spikes. Sieht schon monströs, gigantisch aus und fühlt sich vor allem ziemlich beklemmend an,wenn du von diesen Riesen eingekesselt bist.

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Aber gut, anhalten war nicht…wo auch?-War ja alles mit Autos voll…

Der Teil durch die Bronx hat mir besonders gut gefallen 😉 An Graffitti besprühten, dreckigen und maroden Hochhäusern vorbei…die Feuerleitern zugestellt mit dicken Fahrrädern oder kaputten Fernsehgeräten, durch stinkende und dreckige Unterführungen mit rostendenden, ebenfalls besprühten Stahlträgern, an Handyverkaufenden Straßenhändlern vorbei… hach, war das schön…und das bei den Temperaturen. Dazu die Straßen! Die sind krass hier…nicht nur in der Bronx…generell ist die Qualität der bisher gefahrenen Straßen größtenteils echt mieserabel.. Eimergroße Schlaglöcher, Huckelpisten, Bitumstreifen-kreuz und quer, aufgebrochener Asphalt..längst, quer…immer mal anders..

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Was allerdings in diesem 2-stündigen Stau noch dazu kam waren dann noch abgefallene Autoteile…von zerbrochener Stoßstange über verlorenen Radkappen – alles dabei…ach ja, auch besonders die Baustellen…und davon gab es genügend….ich hatte gelesen, dass der Ami aus Einsparungsgründen maroden soeben beschriebenen Asphalt nicht erneuert, sondern einfach entfernt und die dadurch gewonnene Schotterpiste einfach bestehen lässt…Ja, auch ein, zwei solcher Abschnitte hatten wir dabei..

An einer Tankstelle die erste Pause. Tankstelle und Lebensmittelladen in einem…Mikrowelle, Hotdogs, Handcreme – alles was man brauchen könnte, konnte man, und fast in jeder weiteren Tankstelle auf unserem Weg, kaufen.

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Bei jeder Pause, Smalltalk mit anderen Motorradfahrern. Jeder zweite fragt, woher, wohin…von jedem Zweiten leben wir den Traum…jeder wünscht uns eine gute Reise, wünscht uns Glück und Spaß…was hier anders ist als bei uns ist, dass uns selbst Frauen im gehobenem Alter und mit Rollater freundlich fragen, wo wir herkommen,wo wir hin wollen und ob wir sie mitnehmen 😉 Einmal hat uns eine Omi eine Packung Nüsse, mit den Worten „die werdet ihr brauchen“ geschenkt. Aber nicht nur Omis, auch Frauen mit Kindern, Kinder-egal welchen Alters, und natürlich Motorradbegeisterte jeglicher Art…es ist eine tolle Erfahrung. Wir sind ständig im Gespräch…alle bewundern unsere Motorräder…

Die ersten durchgefahrenen Bundesstaaten New York, Pennsylvania und Michigan waren landschaftlich nicht so der Knaller. Wisconsin und South Dakota jedoch dafür umso mehr. Bleiben wir aber erstmal bei den Erstgenannten. New York, Pennsylvania und Michigan sind Staaten, in denen sich vom Landschaftsbild die Landwirtschaft mit größeren (nicht unbedingt prunkvollen) Städten abwechselt. Alles relativ flach…nicht unbedingt hübsch…wenn wir durch etwas größere Städte gefahren sind, fällt auf, dass sich leuchtende Werbeschilder und Fastfood-Ketten abwechseln. Aber es wirkt nicht voll…jeder, ob Privatperson oder Firma hat unheimlich viel Platz hier…das, was wir von zu Hause kennen, Haus an Haus, Supermarkt, dann Videothek, Kino, Wäscherei und was weiß ich findet man hier nicht. Wenn man hier unterschiedliche Sachen benötigt, muss man eine mitunter echt lange Anfahrt in Kauf nehmen. Wir sind Straßen gefahren, auf denen es z.B. 143km geradeaus geht…langgezogene Straßen, leichte Kurven, gar kein Verkehr mehr. Hier und da mal ein Diner oder ein Handwerksladen…richtig schöne Plätze zum Pause machen haben wir in den ersten drei Bundesstaaten wenig gefunden…Parkplätze, sowie bei uns findet man hier nicht…wir haben also oft an Tankstellen, oder einfach am Straßenrand gehalten…also noch nicht so der Bringer..an einer Tankstelle haben wir ein unheimlich cooles Auto (natürlich eher den Fahrer) getroffen.

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Die Amis hier haben zwar auch so eine Art TÜV, aber es ist nicht wirklich interessant wer den Stempel macht…so sieht man solche Autos wie auf dem Bild ziemlich oft. Jeder zweite scheint jemanden an der Hand zu haben, der einen solchen Stempel besitzt. Der Typ mit dem verrosteten Auto jedenfalls hat gemeint, solange er den Stempel hat,kann die Polizei nichts sagen.

Das Essen hier in Amerika…ja,was soll ich dazu sagen? – Meistens lecker und ungesund 😉 Ja, ihr seht richtig – hier gibt es tatsächlich oft Chips zu den Gerichten..halt statt Kartoffeln oder Reis oder sowas…

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Also wenn wir so weitermachen wie bisher, dann sehen wir in ein paar Monaten auch so aus wie die Hälfte der Amerikaner. Es gibt einige wirklich übergewichtige Menschen hier…allerdings auch genauso viele, die sich scheinbar gesund ernähren. Außer Haus essen finden wir hier recht moderat…z.b. 6 $ für ein All-you-can-eat-Buffett bei Pizza Hut inklusive Refill-Getränk. Das mit dem immer wieder Auffüllen von Getränken finden wir ja super,ne?! Du bezahlst einmal dein Getränk und kannst sooft auffüllen wie du magst. Gesundes Essen haben wir allerdings bisher immer nur bei Amerikanern zu Hause bekommen 😉 Übrigens ist auch das Außer-Haus-Essen in dem von uns bisher bereisten kanadischen Teil wirklich völlig ok…die Unterkünfte und das Essen waren sogar noch einen Tacken günstiger als in Amerika. Allerdings haben wir bisher auch nur die Region unterhalb Torontos kennen gelernt…also nicht wirklich aussagekräftig.

Falls in einem Motel ein Frühstück dabei war, stand hierfür ausschließlich Styropor-Geschirr zur Verfügung. Styroporbecher selbst bei McDonalds…erschreckend…

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(Genauso erschreckend ist es übrigens, dass selbst das Plastikgeschirr im Lagerfeuer verbrannt wird)

Während unserer Besuche in irgendeiner der zur Verfügung stehenden Fastfood-Ketten zwecks Wifi-Angebot und Kaffee ist uns besonders aufgefallen,dass dort hauptsächlich ältere Leute verkehren. Wir hatten echt einen McDonalds,in dem von 30 Besuchern, vielleicht mit uns, fünf unter 50 Jahre alt waren. Unglaublich, aber wahr 😉 die Ü-50 treffen da ihre Freunde…

Einen richtig guten Kaffee findet man übrigens nur in einem echten Coffee-shop oder bei McCafe…sonst gibt es nuuur normalen Filterkaffee…nix da mit Latte Macchiato in einem Diner oder so 😉

Auch können wir noch nicht die vielen Warnungen vor den an jeder Ecke mit Laserpistole stehenden Polizisten bestätigen. Bisher haben wir auf den Straßen vielleicht hochgerechnet 10 Polizisten gesehen…und alle haben uns bisher in Ruhe gelassen 😉

Bevor ich den Bericht beende, möchte ich nochmal auf die Freundlichkeit der Amerikaner zurückkommen. Danke liebe Amerikaner, dass ihr uns so freundlich in eurem Land begrüßt. Wir haben bisher unheimlich nette Menschen kennengelernt…angefangen von Robert und Norma,bei denen wir unsere erste Woche in New York verbracht haben, über George und Nancy, bei denen wir in Grand Rapids ein paar Tage verbringen konnten. Paul und Chrissi, die uns zum Essen eingeladen haben, mit denen wir einen wirklich netten Abend hatten und von denen wir viel über die amerikanische Geschichte gelernt haben, Von A.J.,vom Village Motorsports in Grand Rapids haben wir direkt Adressen von Freunden in Denver und Umgebung bekommen, Nathan, mit dem wir die 4-stündige Fährfahrt über den LakeMichigan verbracht haben und Jerry und Cecilia, die uns Door Country gezeigt haben und uns bereits nach Costa Rica in ihr Haus eingeladen haben..Mit den Menschen aus Hussler in Wisconsins hatten wir einen richtig tollen Abend auf ihrem wundervollen Stückchen Land und die Begegnungen in South Dakota mit den Kindern und Mitarbeitern des Diamand Willow Ministries hat uns umgehauen (dazu später mehr)….es ist wirklich toll, diese Menschen kennengelernt zu haben.

Ich bin gespannt, wie die nächste Zeit wird…

Ein Gedanke zu „Die ersten Eindrücke von der Straße – NY bis Wisconsins

  • 7. Juni 2014 um 06:39
    Permalink

    Hallo Ihr Beiden!
    Toller Artikel Claudia!
    Weiterhin eine bewahrte Fahrt.
    Ich liebe Euren Blog und Eure Berichte. Helmut

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